Jeder Hund muss früher oder später einmal alleine bleiben. Ganz egal, ob regelmäßig wegen der Arbeitsbedingungen der Menschen oder weil man spontan einmal zum Arzt muss und so schnell kein*e Hundesitter*in zur Stelle ist.
Ohne (gut durchdachtes) Training kann man allerdings seinen Hund nicht einfach alleine lassen. Und wenn man es macht, dann ist enormer Trennungsstress beim Hund vorprogrammiert.
Die meisten Hundehalter*innen wissen mittlerweile, dass man den Vierbeiner erst an das Alleine-bleiben gewöhnen muss.
Leider tummeln sich aber immer noch hartnäckige Mythen und Fehlinformationen in der Hundewelt, die der Grund sind, warum das Alleine-bleiben für viele Menschen und für weit mehr Hunde, trotz vermeidlichem Training ein großer Stressfaktor im Alltag ist.
Die häufigsten Fehler, die mir im Alleinebleibentraining begegnen sind folgende;
1. Zu große Trainingsschritte
Das ist der wohl häufigste Grund, warum ein entspanntes Alleinbleiben einfach nicht klappt.
Viele Hundemenschen (ich früher übrigens auch) denken, dass der erste Schritt im Alleinbleiben-Training der ist, dass man kurz die Wohnung verlässt und dann diese Zeit kontinuierlich steigert.
Dieser Schritt gehört natürlich auch zum Training. Allerdings ist es bei weitem nicht der Erste!
Zuallererst muss dein Hund lernen, wie er sich richtig entspannen kann und zurechtkommt, wenn du ihn mal nicht beachtest. Klingt vielleicht banal, für sehr viele Hunde ist dass aber schon eine Herausforderung!
Wichtig ist also, einen guten Grundstein zu legen. Beginne mit einem Entspannungssignal, etabliere eine Ruhezone und führe dann langsam ein Ignoriersignal ein.
Frühestens dann solltest du beginnen, für einen klitzekleinen Moment aus der Tür zu gehen.
2. Gehen, während der Hund schläft
Ich erzähle dir mal eine kleine Geschichte, die mir genau so passiert ist:
Ich war mit meinem Partner zuhause. Scheinbar war meine Nacht nicht ganz so erholsam, denn an diesem Tag war ich richtig müde und bin vormittags noch mal auf dem Sofa eingeschlafen. Ich hatte keine Termine, also alles halb so wild.
Irgendwann bin ich aufgewacht und habe gemerkt, dass mein Freund weg war. In jeden Raum der Wohnung habe ich geschaut, aber nirgendwo war er zu finden. Unsere Hündin allerdings lag dösend in ihrem Bettchen – Gassi war mein Freund also nicht.
In mir stieg Panik auf. Warum war ich plötzlich alleine?
Dann griff ich zu meinem Smartphone und rief meinen Partner an. Er erklärte mir, dass er (wie er auch vorher angekündigt hatte) für ein paar Erledigungen weg war. Schlagartig war ich beruhigt und konnte sogar über meine Angst schmunzeln.
Was das mit Hundetraining zu tun hat?
Wenn dein Hund aufwacht und sein überlebenswichtiger Sozialpartner (und ja, das bist du für deinen Hund) ist plötzlich weg, dann bekommt dein Hund genauso Panik, wie ich damals – wahrscheinlich sogar weit mehr, denn mein Freund ist für mich zwar ein sehr wichtiger Sozialpartner, aber ich bin nicht so abhängig von ihm, wie dein Hund von dir.
Dein Hund kann aber nicht einfach mal so zum Smartphone greifen.
Die Angst des Hundes legt sich also nicht, sondern wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sie sogar immer stärker. Eine Folge davon ist, dass sich dein Hund nicht mehr richtig entspannen kann, vor lauter Sorge, du könntest wieder ganz plötzlich verschwinden. Auf Dauer kann das zu massivem Stress führen.
Es ist also wirklich wichtig, dass du deinem Hund bescheid gibst, dass du das Haus verlässt!
Gib deinem Hund bescheid, dass du das Haus verlässt!
3. Erst reinkommen, wenn der Hund wieder ruhig ist
Das ist DER Tipp, denn man immer und immer wieder hört oder liest, wenn man sagt, dass der Hund nicht alleine bleiben kann. Und ganz ehrlich, mir stellt es dabei die Nackenhaare auf!
Schreien, Wimmern, Jaulen und so weiter sind Symptome für enormen Trennungsstress!
Wenn dein Hund solche Stresssymptome zeigt, solltest du dringend mindestens einen (wenn nicht sogar mehrere) Schritte in deinem Training zurückgehen, damit du nachhaltig gute Erfolge im Alleine-bleiben-Training erreichen kannst.
Den Hund ignorieren und erst wieder hereinkommen, wenn er still ist, bewirkt folgendes:
Dein Hund lernt, dass seine Hilfeschreie nicht gehört werden und wird diese nach und nach einstellen, um Kräfte zu sparen. Er wird aber nicht entspannter sein dadurch, denn er hat nicht gelernt, wie er mit der Trennung von dir, möglichst selbstwirksam, umgehen kann.
Dieser Tipp ist also eine reine Symptombehandlung und bekämpft nicht die Ursache für das Wimmern oder Jaulen. Früher oder später würden sich die Probleme, die der Hund mit der Situation hat. (Es ist ähnlich, wie das Schreien-lassen bei Säuglingen – das macht man durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die bedürfnisorientierten Entwicklungen im 21. Jahrhundert ja auch nicht mehr.)
Komme wieder zurück zum Hund, BEVOR er anfangen muss zu wimmern!
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2 Kommentare zu „Fehler im Alleinebleibentraining, die du unbedingt vermeiden solltest!“