3 Tipps für entspanntere Spaziergänge mit unsicherem Hund

Gemeinsam durch Parks und Wälder und über Wiesen spazieren. Am See die Seele baumeln lassen, während der Hund genüsslich ein Loch buddelt. Entspannt durch die Gassen bummeln, der Hund geht dabei an lockerer Leine neben einem, danach noch auf einen Sprung ins Eisgeschäft.

Klingt traumhaft? Ja! Funktioniert für dich und deinen Hund genau so? Super!

Für die Menschen, die einen unsicheren Hund an ihrer Seite haben, ist das aber gar nicht so selbstverständlich und wenn du zu diesen Menschen gehörst, dann ist dieser Blogartikel genau für dich geschrieben. Da zieht der Hund oftmals hektisch an der Leine, reagiert aus Unsicherheit mit Aggression oder würde am liebsten einfach aus der Situation abhauen…

Gleich mal vorweg: Ich verstehe dich sehr gut! Meine Hündin ist auch nicht von natur aus mega selbstsicher unterwegs und es gab und gibt viele Momente, in denen sie eher unsicher reagiert. (Klar gibt es auch Situationen, in denen sie vor Selbstbewusstsein strotzt, aber über diese Momente zu schreiben würde dir wahrscheinlich wenig helfen.)

Durch ihr mittlerweile wirklich hohes Alter (sie ist aktuell 17 Jahre und ein Monat alt) sind ein paar Unsicherheiten hinzugekommen. Die kommen daher, dass ihre Sinne schlechter geworden sind und so beispielsweise Schatten zwischen den parkenden Autos einen gewissen Gruselfaktor bekommen haben.

Unsicherheiten und Ängste bei Hunden müssen immer individuell betrachtet werden, aber diese drei folgenden Tipps helfen dir und deinem unsicheren Hund in jedem Fall, wenn dein Ziel entspanntere Spaziergänge sind:

Tipp 1: etabliere Routinen

Routinen sind meiner Meinung nach das A und O im Umgang mit unsicheren Hunden.

Durch Routinen weiß man, was als nächster Schritt kommt und Routinen fallen leicht. Das fühlst sich gut an und gibt Sicherheit. Das geht nicht nur uns Menschen so, sondern auch unseren Hunden.

Am besten startet die Gassi-Routine schon bevor du mit deinem Hund das Haus verlässt. Du kannst verschiedene Rituale einführen, die den Spaziergang einleiten.

Hier ein paar Beispiele, die du so übernehmen oder auch abwandeln kannst:

  • Nachdem du deinem Hund das Geschirr angelegt hast, bekommt er immer noch einen kleinen Snack (zur Nervenstärkung empfiehlt sich etwa eine halbe Stunde vor dem Spaziergang ein kleiner Happen Kohlenhydrate), während du die Gassitasche packst und dir deine Schuhe anziehst.
  • Das Geschirr wird immer an einem bestimmten Platz (beispielsweise auf einem Handtuch im Vorzimmer) an- und ausgezogen.
  • Vor eurem Spaziergang kuschelt ihr immer eine Runde auf dem Sofa.
  • Du lässt deinen Hund vor dem Spaziergang immer aus einer Kiste das Spielzeug nehmen, das ihr dann mitnehmt zum Toben auf der Wiese

Tipp 2: Wähle Route und Zeitpunkt schlau

An einem sonnigen Sonntagvormittag im Frühling in den Stadtpark zu gehen ist ehrlich gesagt nicht die schlauste Idee, wenn du einen unsicheren Hund hast. Zumindest nicht, wenn ihr im Training noch nicht soweit seid, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe, da du diesen Blogartikel liest.

Du darfst es dir und deinem Hund einfach machen und Strecke sowie Zeitpunkt so wählen, wie es für euch am angenehmsten ist.

Ich bin mit Hund gerne dann unterwegs, wenn die meisten anderen noch im Bett liegen oder ich schnappe mir auch gerne mal das Auto, setze meine Hündin hinein und wir fahren raus aus der Stadt.

Meist gehe ich auch lieber dort hin, wo eine Schleppleine dran muss, anstatt in das mit fremden Hunden überfüllte Freilaufgebiet.

Auch wenn wir mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, fahre ich manchmal bewusst „zu früh“ los, um Menschenmengen zu entgehen.

Ich denke, du siehst, worauf ich hinaus will.

Raus aus dem Trubel – dorthin, wo nicht so viele Menschen unterwegs sind und Mensch und Hund einfach sein können.

Tipp 3: Begib dich mit deinem Hund auf einen Insel-Spaziergang

Wie jetzt? Auf Inseln spazieren hilft unsicheren Hunden? Absolut!

Keine Sorge, du musst jetzt nicht verzweifeln, weil du weit weg vom Meer lebst und die nächste Insel die Donauinsel in Wien ist. Um solche Inseln geht es im Hundetraining gar nicht.

Es geht darum, bestimmte Orte mit einer gewissen (positiven) Erwartungssicherheit zu verknüpfen. Also „Inseln“ für gewisse Tätigkeiten und Emotionen zu erschaffen. Ähnlich wie bei Tipp 1, nur eben, dass du auf den verschiedenen „Stammrouten“ von dir und deinem Hund veschiedenen Routinen einbaust.

Das kann beispielsweise bedeuten, dass dieser eine Baum in der Nachbarschaft ab morgen euer „Leckerlibaum“ ist, in dessen Rinde du immer weiche Futterbrocken versteckst, die dein Hund dann suchen darf.

Das kann auch bedeuten, dass ihr bei dieser einen Parkbank immer ein paar Tricks übt, die dein Hund ganz besonders gerne mag.

Oder wie wäre es damit, wenn ihr euch immer an dieser einen Stelle, am Rande der großen Wiese im Park, Zeit nehmt und in Ruhe das Treiben beobachtet?

So kann dein Hund schon im Voraus besser abschätzen was ihn erwartet und viele Hunde steuern dann auch von selbst bewusst jene Inseln an, die sie gerade für ihr Wohlbefinden brauchen.

Fazit

Du merkst, beim Umgang mit unsicheren Hunden geht es vor allem um Erwartungssicherheit und darum, dass man den Spaziergang (und auch den gesamten Alltag) so gestaltet, dass ein entspanntes Sein, ohne großes Training im Vorfeld, stattfinden kann.

Hay! Mein Name ist Pia und ich bin tierschutzqualifizierte Hundetrainerin. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Begleitung von Menschen, die zum ersten mal einen Hund haben oder einen unsicheren Hund haben. Schau dich gerne auf meiner Webseite um!

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