Sweety ist mittlerweile der dritte Hund, den ich bis ins hohe Alter begleite. Sweety ist jetzt gerade 17 Jahre und 2 Monate alt (in diesem Alter darf man meiner Meinung nach ruhig die Monate zählen). Vorher lebte ich bereits mit Yoyo und Rexy bis zum Schluss zusammen, die beide knapp 15 Jahre alt wurden.
Jeder alte Hund ist anders und jeder Hund altert anders. Das ist für mich wichtig zu betonen, da es in der Hundeszene immer noch üblich ist, dass einzelne Methoden oder Ansichten über alle Hunde gestülpt werden. Ganz egal, wie einzigartig die Individuen doch sind.
Für mich persönlich ist das Zusammenleben mit einem alten Hund etwas ganz Besonderes. Auf der einen Seite wird von Hundesenioren oft so eine Weisheit und Ruhe ausgestrahlt. Sie wissen ganz genau, was sie möchten und was ihnen gestohlen bleiben kann. Auf der anderen Seite stellt es einen vor viele neue Herausforderungen und es kommen Sorgen auf, die nicht präsent sind, wenn der Hund noch jung und gesund ist.
Sweety braucht im Alltag mittlerweile einfach mehr Unterstützung. Alleinebleiben fällt ihr immer schwerer. Termine und Aktivitäten werden also so geplant, dass sie entweder mitkommen kann, oder jemand bei ihr ist.
Die Strecken, die wir ohne Pause unterwegs sind, werden kürzer. Sie muss immer mehr getragen werden.
Es dauert auch vieles einfach länger. Einerseits weil die Beinchen sich mit der Zeit langsamer bewegen aber auch, weil es länger dauert, bis der alte Hund Informationen verarbeitet hat.
Die Wehwehchen werden mehr, die Rechnungen vom Tierarzt werden länger.
Abends, wenn die Beinchen schon müde sind, dann sind auch die kleinen Stufen, die aufs Sofa führen, einfach zu hoch. Also werden Frauchen und Herrchen oft lautstark um Hilfe gebeten. Es gibt viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, sonst tut der kleine Bauch weh.
Beim zu Bett gehen kommt in mir jedes mal die leise Angst hoch, dass sie am nächsten Morgen nicht mehr aufwacht. Dabei ist es gleichzeitig ein so großer Wunsch, dass sie einfach friedlich im Schlaf stirbt. (Oder auch beim Toben in der Wiese einfach umkippt, während sie ganz viel Spaß hat.)
Morgens (oder auch, wenn ich nachts kurz wach werde), fällt mein Blick gleich auf das Körbchen neben meinem Bett, um zu sehen, ob sich ihr Brustkorb noch regelmäßig hebt und senkt.
Als Sweety am Anfang des Jahres sehr krank war und operiert werden musste, wusste ich nicht, wie lange ich sie noch bei mir habe. Es war nicht klar, ob sie die Narkose überleben würde. Es waren harte Tage, in denen ich nicht viel schlafen konnte und wenn ich einschlafen konnte, dann haben mich unruhige Träume gequält.
All das ist anstrengend, tut weh und ist nicht einfach. Wirklich nicht
Aber es lohnt sich.
Jeder Tag, den ich mit meiner kleinen Sweety habe ist ein Geschenk.
Mein Herz geht auf, wenn sie fröhlich über die die Wiese im Garten hoppelt und unterm Zwetschkenbaum ein Loch buddelt.
All der Kummer wiegt nicht so schwer, wie das Gefühl, wenn sie sich abends am Sofa ganz nah an mich legt und friedlich schläft.
Wie ich es liebe, wenn ich sie genüsslich Schmatzen höre.
Es ist einfach schön, sie in meiner Nähe zu haben.
Ja, das Leben mit einem alten Hund ist etwas ganz Besonderes




Ein Kommentar zu “Das Leben mit einem alten Hund”