Giftige Lebensmittel für Hunde

Alle Hundehaltenden möchten nur das Beste für die eigenen Vierbeiner. Doch viele Nahrungsmittel, die für uns Menschen ungefährlich oder sogar gesund sind, können bei Hunden gesundheitliche Schäden oder sogar schwere Vergiftungen hervorrufen.

Ich möchte dir hier einen Überblick darüber geben, welche Lebensmittel du deinem Hund auf keinen Fall geben solltest, warum sie gefährlich sind und was zu tun ist, wenn dein Hund etwas Falsches gegessen hat.

(Achtung: Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Bitte prüfe stets, was du deinem Hund verfütterst! Zudem ist dieser Beitrag kein tierärztlicher Rat, kontaktiere umgehend einen Tierarzt oder eine Tierärztin, wenn du vermutest, dass dein Hund etwas gefressen haben könnte, das giftig ist.)

Warum sind manche Lebensmittel für Hunde giftig?

Hunde haben einen völlig anderen Stoffwechsel als wir Menschen. Viele Substanzen, die wir problemlos verdauen und abbauen können, stellen für Hunde eine große Gefahr dar. Das liegt daran, dass bestimmte Enzyme oder Abbauprozesee in ihrem Körper fehlen. Die Folgen reichen von leichten Verdauungsstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen wie Herzversagen oder Nierenversagen.

Die wichtigsten giftigen Lebensmittel im Detail findest du hier.

Schokolade und Kakao.

Schokolade (genauer gesagt der darin enthaltene Kakao) enthält Theobromin. Hunde können diesen Stoff nur sehr langsam abbauen und bereits kleine Mengen können toxisch sein.

Giftig ist Theobromin ab einer Dosis von 15 – 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Tödlich ist die Dosis zwischen 100 und 500 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

So zum Vergleich: Eine Schokolade mit 70% Kakaogehalt enthält bei einer 100g Tafel etwa 2.000 mg Theobromin. Je höher der Kakaogehalt ist, desto mehr Theobromin ist enthalten.

Sei daher vor allem bei Gebäck achtsam, denn die Menge an Backkakao, diezu einer Vergiftung führt, ist verhältnismäßig gering!

Symptome einer Theobrominvergiftung:

  • gesteigertes Durstgefühl
  • Durchfall
  • erhöhter Urinabsatz
  • Erbrechen
  • Unruhe
  • erhöhter Herzschlag

Zwiebeln, Knoblauch, (Schnitt-)Lauch

Diese Lebensmittel enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen deines Hundes angreifen und zerstören können. Langfristig kann es zu einer Blutarmut (Anämie) kommen. Oft liest man von recht hohen Toleranzwerten, nach dem Motto „die Dosis macht das Gift“. Um auf Nummer sicher zu gehen solltest du deinem Hund aber am besten gar nichts davon geben. Glaub mir: es findet sich genug anderes, was deinem Hund schmeckt.

Typische Symptome einer Blutarmut beim Hund:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • erhöhte Atemfrequenz
  • erhöhter Puls
  • leichtes Fieber

Weintrauben und Rosinen

Weintrauben (und somit auch Rosinen) sind für etwa jeden zweiten Hund gefährlich! Der Giftstoff, der die Trauben für Hunde potentiell tödlich macht, konnte noch nicht identifiziert werden, auch konnte noch keine Regelmäßigkeit festgestellt werden, welche Hunde betroffen sind(wenn du Studien zu neueren Erkenntnissen gefunden hast, lass es mich gerne wissen).

Wenn man nicht sofort in der nächsten Tierarztpraxis aufschlägt, kann es innerhalb von gerade mal 24 Stunden nach dem Verzehr von Weintrauben oder Rosinen zu akutem Nierenversagen kommen, der Hund kann kaum noch oder gar keinen Urin mehr lassen und verstirbt.

unspezifische Symptome einer Vergiftung durch Weintrauben:

  • Erbrechen
  • Lethargie
  • verstärkter Durst
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • erhöhte Urinausscheidung
  • Bauchschmerzen
  • gestörte Bewegungskoordination
  • Schwäche

Avocados

Avocados enthalten Persin – ein pilztötendes Toxin. Vor allem in der Schale und im Kern ist Persin in hoher Konzentration vorhanden. Aber auch das Fruchtfleisch ist für deinen Hund tabu! (Persin ist auch in den Blättern und der Rindes des Avocadobaumes enthalten. Solltest du eine Avocadopflanze haben, stelle sie unbedingt außer Reichweite deines Hundes!)

Der Kern stellt außerdem eine Gefahr dar, wenn er verschluckt wird. Dein Hund kann daran ersticken oder es kann auch zu einem gefährlichen Darmverschluss kommen.

Symptome einer Persinvergiftung beim Hund:

  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Atembeschwerden
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Schädigungen des Herzmuskels kommen.

Macadamianüsse

Es ist noch nicht bekannt, welcher Stoff genau die Macadamianuss für Hunde giftig macht. Nichtsdestotrotz gehören sie nicht in deinen Hund, denn Macadamianüsse rufen bei Hunden folgende Symptome hervor:

  • Allgemeine Schwäche
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelzucken
  • Erbrechen
  • Fieber
  • gegebenenfalls Lähmungserscheinungen

Koffein

Koffein ist für viele Menschen ein unverzichtbarer Wachmacher, doch für Hunde kann dieser Stoff gefährlich, sogar lebensbedrohlich sein. Ob in Kaffee, Tee, Energydrinks, Schokolade oder bestimmten Medikamenten – Koffein ist in vielen Produkten enthalten und gehört zu den Substanzen, die Hunde auf keinen Fall zu sich nehmen sollten.

Koffein gehört zu den sogenannten Methylxanthinen, die das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System stimulieren. Während der menschliche Körper Koffein relativ schnell abbauen kann, fehlt Hunden die Fähigkeit, diese Stoffe effizient zu verarbeiten. Bereits geringe Mengen können bei Hunden Vergiftungssymptome auslösen.

Die Symptome treten oft innerhalb von 1-2 Stunden nach dem Verzehr auf und können je nach Menge des aufgenommenen Koffeins variieren. Typische Anzeichen sind:

  • Erhöhte Unruhe und Nervosität
  • Beschleunigter Herzschlag
  • Zittern und Muskelkrämpfe
  • Erbrechen und Durchfall
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Krampfanfälle

Alkohol

Alkohol ist die weltweit wohl verbreitetste Droge und ein Nervengift. Für viele Menschen gehört er „einfach dazu“ (auch das finde ich sehr kritisch, hat hier auf dem Hundeblog aber nichts weiter zu suchen).

Für Hunde ist Alkohol nicht nur ungesund sondern wird auch schnell richtig gefährlich. Alkoholkonsum kann für Hunde tödlich sein!

Die Leber deines Hundes kann ihn viel langsamer verstoffwechseln als die Leber eines Menschen. Dadurch bleibt der Alkohol länger im Körper und entfaltet dadurch eine viel schädlichere Wirkung.

Zusätzlich sind Hunde in ihrer Körpermasse viel kleiner als Menschen, was bedeutet, dass schon geringe Mengen Alkohol eine hohe Konzentration im Blut erreichen können. Dies führt schnell zu einer Überlastung des Nervensystems, des Kreislaufs und der Organe.

Schon geringe Mengen Alkohol können bei Hunden eine Vergiftung verursachen. Die toxische Dosis liegt bei etwa 3-8 ml reiner Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht

Typische Anzeichen einer Alkoholvergiftung beim Hund sind:

  • Orientierungslosigkeit und Koordinationsschwierigkeiten
  • Erbrechen und Durchfall
  • Zittern oder Muskelkrämpfe
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Atemprobleme
  • Bewusstlosigkeit

Xylit(ol), Birkenzucker

Xylit ist ein immer beliebter werdender Zuckerersatzstoff. Auch bekannt als Xylitol oder Birkenzucker oder angegeben als E967. Für den Menschen birgt er keinerlei Gefahr, schmeckt süß, hat weitaus weniger Kalorien als echter Zucker und beeinflusst nicht den Blutzuckerspiegel des Menschen, weshalb er zum Süßen von Produkten für Diabetikern genutzt wird.

Birkenzucker ist häufig in Bonbons, Kaugummis, Mehlspeisen, Keksen, Zahnpasta und so weiter enthalten.

Bereits kleinste Mengen regen eine enorme Insulinausschüttung im Hund an, wodurch der Blutzucker in kurzer Zeit (10 bis 30 Minuten) lebensbedrohlich absinkt.

Schon 0,1g Xylit pro Kilogramm Körpergewicht können Vergiftungserscheinungen beim Hund hervorrufen. Ab 3g pro Kilogramm Körpergewicht spricht man von der tödlichen Dosis! Am besten hast du daher nichts mit Birkenzucker im Haus, denn wenn dem Hund schmeckt, was er versehentlich erwischt, wird er nicht nach einem Bissen aufhören, sondern fröhlich weiter fressen.

Symptome bei einer Vergiftung durch Xylit:

  • Koordinationsprobleme
  • Apathie
  • Schwäche
  • Erbrechen
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Gelbfärbung der Schleimhäute
  • Bewusstlosigkeit
  • Tod
Wenn dein Hund in irgendeiner Weise an Xylit gekommen sein, muss er sofort(!) zum Tierarzt oder zur Tierärztin gebracht werden! Auf dem Weg dahin sollte er eine Traubenzuckerlösung, Traubenzucker etc. verabreicht bekommen, damit der Blutzuckerspiegel künstlich aufrecht erhalten wird.

rohes Schweinefleisch

Viele Menschen füttern ihren Hunden mit der sogenannten BARF Methode rohes Fleisch. Wer sich dafür entscheidet muss sich einerseits intensiv mit der Nährstoffversorgung des Hundes auseinandersetzen und auch wichtige Hygieneregeln beachten, damit die Keime auf den unbehandelten tierischen Produkten nicht zur Gefahrenquelle werden.

Was du aber auf keinen Fall roh füttern solltest ist Schweinefleisch. Rohes Schweinefleisch kann mit dem Aujeszky-Virus kontaminiert sein, das für Hunde tödlich ist. Auch wenn der Virus in Österreich und Deutschland selten ist, solltest du auf Nummer sicher gehen und Schweinefleisch nur im gut durcherhitzten Zustand füttern.

gekochte Knochen

Gekochte Knochen sind natürlich nicht giftig, dennoch tragen sie ein hohes Gefahrenpotenzial in sich. Sie splittern nämlich recht leicht und können so deinen Hund schnell auch lebensgefährlich im Maul, vor allem aber in Speißeröhre, Magen oder auch Darm verletzen.

Was tun, wenn dein Hund etwas Giftiges gefressen hat?

  1. Ruhe bewahren: Auch wenn die Situation ernst ist, bewahre einen kühlen Kopf.
  2. Symptome beobachten: Erbrechen, Zittern, Durchfall oder Lethargie können erste Anzeichen sein.
  3. Tierarzt kontaktieren: Ruf sofort einen Tierarzt oder eine Tierärztin an und erkläre, was dein Hund gefressen hat (am besten hast du die Nummern der Tierarztpraxen in deiner Umgebung in deinem Handy eingespeichert.)

Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Viele Lebensmittel, die in unseren Haushalten alltäglich sind, können für Hunde gefährlich oder sogar tödlich sein. Indem du dich informierst und vorsichtig bist, schützt du deinen Hund vor unnötigen Risiken.

Hast du weitere Fragen zu diesem Thema oder möchtest du mehr darüber erfahren, wie du deinen Hund optimal ernährst? Hinterlasse einen Kommentar oder kontaktiere mich – ich helfe dir gerne weiter!

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