Die Entscheidung, einen Hund aus dem Tierschutz aufzunehmen, ist ein großer Schritt. Du gibst einem Tier, das bereits eine Vergangenheit hat, eine zweite Chance auf ein liebevolles Zuhause. Damit der Start für euch beide gelingt, ist eine gute Vorbereitung wichtig.
In diesem Beitrag erfährst du:
✅ Welche Fragen du dir selbst und dem Tierheim beziehungsweise Tierschutzverein stellen solltest
✅ Wie du die ersten Wochen nach dem Einzug stressfrei gestaltest
✅ Wann es sinnvoll ist, eine Hundetrainerin von Anfang an zu konsultieren
✅ Häufige Fehler und wie du sie vermeiden kannst
So legst du den Grundstein für eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung!
1. Vor der Adoption: Diese Fragen solltest du dir stellen
Bevor du einen Hund aus dem Tierschutz adoptierst, solltest du sicherstellen, dass er zu deinem Leben passt. Ein unüberlegter Entschluss kann für Hund und Mensch schnell frustrierend werden.
Fragen an dich selbst:
✔ Habe ich genug Zeit? Ein Hund bedeutet nicht nur Freude, sondern auch Verantwortung. Gerade Tierschutzhunde benötigen oft mehr Geduld und Training.
✔ Wie flexibel bin ich? Bist du bereit, deine Tagesstruktur dem Hund anzupassen? Kannst du Homeoffice machen oder eine Hundebetreuung organisieren?
✔ Sind alle in meinem Haushalt einverstanden? Ein Hund beeinflusst den Alltag aller Mitbewohner – auch Kinder und andere Tiere müssen sich anpassen.
✔ Wie sieht meine Wohnsituation aus? Lebst du zur Miete? Dann brauchst du eine Erlaubnis vom Vermieter. Ist dein Garten sicher eingezäunt? Gibt es viele Treppen?
✔ Kann ich die finanziellen Kosten tragen? Neben Futter und Grundausstattung fallen Tierarztkosten an. Eventuell benötigst du eine Trainerin oder eine Hundeschule. Das kann ganz schön ins Geld gehen und du solltest einen großzügigen finanziellen Puffer haben.
Weitere Fragen, die man sich vor der Hundeanschaffung stellen sollte, habe ich HIER zusammengestellt.
Fragen an das Tierheim oder die Tierschutzorganisation:
✅ Was weiß man über die Vorgeschichte des Hundes? Aus welchen Gründen wurde er abgegeben? Hat er schlechte Erfahrungen gemacht?
✅ Wie verhält sich der Hund aktuell? Ist er eher ängstlich oder offen? Wie verträgt er sich mit anderen Hunden?
✅ Kennt der Hund bereits die Leine? Oder muss er das von Grund auf lernen?
✅ Kennt der Hund das Autofahren? Vielleicht sogar die Öffis?
✅ Wie sieht sein Gesundheitszustand aus? Gibt es Vorerkrankungen oder spezielle Bedürfnisse? Braucht der Hund vielleicht ein ganz bestimmtes Futter?
✅ Ist der Hund stubenrein?
✅ Welche Unterstützung bietet das Tierheim beziehungsweise der Tierschutzverein nach der Adoption?
Die Antworten auf diese Fragen helfen dir, eine fundierte Entscheidung zu treffen.
2. Die ersten Tage im neuen Zuhause: So machst du es richtig
Die ersten Tage und Wochen sind entscheidend dafür, wie gut sich dein Hund einlebt. Hier sind einige wichtige Tipps:
Ruhige Eingewöhnung statt Action
❌ Kein großes Begrüßungskomitee – wenn du deinem Umfeld den neuen Mitbewohner zeigen willst, dann reichen zuerst Fotos und Videos vollkommen aus.
❌ Kein Besuch von Freunden oder Familie – der Hund muss euch erstmal kennenlernen und lernen, dass er euch vertrauen kann.
❌ Keine überfordernden Spaziergänge – zu Beginn lieber mehrere aber kürzere Gassigänge am Tag
✅ Lass den Hund in Ruhe ankommen – so ein Umzug ist anstrengend und aufregend.
✅ Biete ihm einen festen Rückzugsort – hier wird der Hund in Ruhe gelassen.
✅ Schaffe klare Routinen für Fütterung, Spaziergänge und Ruhephasen – die helfen deinem Hund anzukommen.
Tierschutzhunde benötigen oft mehrere Wochen oder manchmal auch Monate, um sich wirklich sicher zu fühlen. Vermeide es, ihn direkt in viele neue Situationen zu bringen.
Sicherheit geht vor – Flucht verhindern!
Viele Hunde aus dem Tierschutz haben noch keinen Bezug zu ihrem neuen Zuhause und könnten versuchen zu fliehen. Daher:
- Nutze ein gut sitzendes Sicherheitsgeschirr* mit zwei Leinen – eine Leine hast du dabei in der Hand, die andere an deinem Gürtel befestigt. Um ganz sicher zu gehen, kannst du zusätzlich ein Halsband nutzen. In dem Fall hast du die Leine, die am Halsband befestigt ist, in der Hand und die Leine, die am Sicherheitsgeschirr* befestigt ist, hast du an deinem Körper befestigt.
- Vermeide es, deinen Hund zu früh von der Leine zu lassen – sicherer Freilauf benötigt Vorbereitung und leider passiert es nicht selten, dass Hunde, die recht frisch aus dem Tierschutz sind, entlaufen.
- Sichere Balkon und Garten gut ab – Hunde entdecken die kleinsten Lücken im Zaun, graben unten drunter oder springen auch oben drüber! Zu Beginn empfehle ich den Hund an der Leine in den Garten zu begleiten.
Feste Routinen geben Halt
Struktur hilft deinem Hund, sich schnell an sein neues Zuhause zu gewöhnen. Halte feste Zeiten für:
✔ Futter
✔ Spaziergänge
✔ Ruhezeiten
Hunde lernen durch Wiederholung – je klarer die Abläufe, desto entspannter wird die Eingewöhnung.
3. Warum ein*e Hundetrainer*in von Anfang an sinnvoll ist
Viele Menschen holen sich erst eine* Hundetrainer*in, wenn Probleme wie starke Ängstlichkeit oder Aggression auftreten. Doch gerade bei Tierschutzhunden ist es oft sinnvoll, von Anfang an professionelle Unterstützung zu haben – selbst wenn zunächst alles gut zu laufen scheint.
Warum kann ein*e Trainer*in auch ohne akute Probleme helfen?
Ein*e professionelle*r Hundetrainer*in bringt viel Erfahrung mit Hunden aus dem Tierschutz mit und kann dir helfen, deinen neuen Hund besser zu verstehen. Gerade in den ersten Wochen ergeben sich viele Fragen, auf die ein Trainer die passenden Antworten hat:
✅ Was bedeutet das Verhalten meines Hundes?
- Ist er wirklich entspannt oder nur eingefroren?
- Warum zieht er sich zurück oder läuft dir überall hin nach?
- Ist sein Bellen normal oder steckt Unsicherheit dahinter?
✅ Wie baue ich eine sichere Bindung auf?
Manche Tierschutzhunde haben oft bereits mehrere Wechsel hinter sich und brauchen Stabilität. Ein*e Trainer*in zeigt dir:
✔ Wie du deinem Hund Sicherheit gibst
✔ Welche Rituale Vertrauen schaffen
✔ Wie du Missverständnisse in der Kommunikation vermeidest
✅ Wie verhindere ich spätere Probleme?
Viele unerwünschte Verhaltensweisen entstehen durch Missverständnisse oder unsicheren Umgang. Ein*e Trainer*in hilft dir, typische Fehler von Anfang an zu vermeiden – z. B. beim Alleinbleiben, der Leinenführung oder dem Umgang mit Ängsten.
Wenn du dir eine individuelle Begleitung wünschst, aber nicht direkt eine 1:1-Beratung buchen möchtest, könnte die Pfotentruppe-Membership genau das Richtige für dich sein!
Dort bekommst du nicht nur regelmäßig wertvolle Trainingsimpulse, sondern kannst auch deine Fragen stellen und dich mit anderen Hundehaltern austauschen. Besonders für Tierschutzhunde kann es unglaublich hilfreich sein, von Anfang an professionelle Unterstützung zu haben.
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Warum lohnt es sich, direkt Unterstützung zu holen?
✔ Individuelle Einschätzung deines Hundes – Jeder Hund ist anders. Ein*e erfahrene*r Trainer*in kann dir helfen, das Verhalten deines Hundes besser zu deuten.
✔ Früherkennung von Problemen – Manche Hunde zeigen erst nach Wochen oder Monaten ihr „wahres“ Verhalten. Ein*e Trainer*in erkennt frühzeitig, worauf du achten solltest.
✔ Vermeidung von Fehlern – Falsches Training kann später schwer zu korrigieren sein. Ein guter Start spart dir langfristig viel Zeit und Frust.
✔ Stärkung der Bindung – Die ersten Wochen sind entscheidend für das Vertrauen deines Hundes. Ein*e Trainer*in hilft dir, eine sichere Basis für eure Beziehung zu schaffen.
4. Häufige Fehler bei der Adoption eines Tierschutzhundes
1. Zu viele Erwartungen an den Hund haben
Viele neue Halter erwarten, dass ihr Hund sich schnell anpasst. Aber ein Hund lebt mit seinem Hundehirn in einer von Menschen gemachten Welt. Gib deinem Hund Zeit und schraube deine Erwartungen an deinen Hund erstmal herunter.
2. Den Hund mit zu vielen neuen Dingen überfordern
Lass deinem Hund Zeit, sich an sein neues Zuhause zu gewöhnen. Warte mit Hundebegegnungen, Restaurantbesuchen oder langen Reisen. Wenn sich dein Hund an sein neues Umfeld gewöhnt hat und vertrauen in dich gefunden hat, könnt ihr Schritt für Schritt die Welt erkunden und Abenteuer erleben.
3. Zu früh auf Freilauf setzen
Gerade unsichere Hunde können schnell weglaufen. Sicherer Freilauf ist erst möglich, wenn dein Hund eine gute Bindung zu dir hat und Signale wie der Rückruf und ein Stopp wirklich gut sitzen. Bis dahin nutze lieber eine Schleppleine*, um deinem Hund mehr Freiraum zu bieten.
4. Zu wenig Ruhe zulassen
Ein neues Zuhause ist aufregend und anstrengend. Viele Hunde sind es auch nicht gewohnt, in einer Wohnung zu leben. Lass deinem Hund genügend Zeit, um sich auszuruhen und neue Eindrücke zu verarbeiten. Ein gesunder Hund braucht um die 16 bis 18 Stunden Ruhe am Tag. Welpen, alte und kranke Hunde, aber auch Hunde frisch aus dem Tierschutz brauchen weit mehr – bis zu 22 Stunden am Tag.
5. Checkliste für einen gelungenen Start
✅ Fester Ruheplatz für den Hund
✅ Sicherheitsgeschirr + Leine
✅ Hochwertiges Futter
✅ Wassernapf, Hundebett, Spielzeug
✅ Erste-Hilfe-Set für Hunde
✅ Tierarzttermin zur Kontrolle
✅ Geduld & Zeit für die Eingewöhnung
Ein Tierschutzhund ist eine Herzensentscheidung
Die Adoption eines Hundes aus dem Tierschutz ist eine wunderbare Möglichkeit, einem Tier ein liebevolles Zuhause zu geben. Mit der richtigen Vorbereitung, einer ruhigen Eingewöhnung und gegebenenfalls professioneller Unterstützung legst du den Grundstein für eine vertrauensvolle Mensch-Hund-Beziehung.
Hast du selbst schon Erfahrungen mit einem Hund aus dem Tierschutz gemacht? Teile sie gerne in den Kommentaren!
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