Angst ist ein Gefühl. Sie kann nicht einfach „wegtrainiert“ werden. Wenn dein Hund sich vor bestimmten Situationen, Geräuschen, Menschen oder anderen Hunden fürchtet, dann hilft es nicht, ihn „abzuhärten“ oder ihn immer wieder in die beängstigende Situation zu bringen. Was dein Hund in solchen Momenten wirklich braucht, ist Verständnis, Sicherheit und Zeit.
1. Sicherheit geht vor
Ein ängstlicher Hund muss sich in erster Linie sicher fühlen. Das bedeutet: Kein absichtliches Aussetzen der angstauslösenden Situation in der Hoffnung, dass er sich „schon daran gewöhnen“ wird. (Der Schuss geht mit ziemlicher Sicherheit nach hinten los – zumindest, wenn du einen Hund haben möchtest, der wirklich entspannt mit Situationen umgehen kann und nicht einfach nur „aufgibt.)
Stattdessen geht es darum, Schutz zu bieten – zum Beispiel durch Distanz, Rückzugsmöglichkeitenoder Management. Sicherheit bedeutet auch, dass dein Hund weiß, dass du ihn verstehst und für ihn da bist.
2. Vertrauen aufbauen
Angst und Vertrauen sind Gegenspieler. Wenn dein Hund dir vertraut, wird er sich eher an dir orientieren, wenn er sich unsicher fühlt. Vertrauen entsteht nicht durch Kontrolle oder Konsequenz, sondern durch echte Beziehung: Gemeinsame Rituale, verlässliches Verhalten deinerseits, ruhige Kommunikation, und vor allem: Zuhören. Auch wenn Hunde nicht sprechen – sie zeigen dir sehr genau, wie sie sich fühlen. Beschäftige dich also damit, wie dein Hund mit dir kommuniziert und lerne ihn zu „lesen“.
3. Kleine Schritte, große Wirkung
Angst lässt sich nicht mit einem großen Sprung überwinden – aber mit vielen kleinen Schritten. Und das ist absolut in Ordnung. Wenn dein Hund heute einen Meter näher an die angstauslösende Situation herangehen kann als gestern – ist das ein mega Fortschritt! Wenn er dabei ruhig bleibt, vielleicht sogar schnüffelt, Leckerli nimmt – dann habt ihr gemeinsam bereits so viel erreicht. Passe das Training dem Tempo deines Hundes an. Dabei wird und darf es auch mal schlechtere Tage geben. Das ist vollkommen normal – insgesamt geht es aber bergauf.
4. Training mit Bedacht
Ein gezieltes, kleinschrittiges Training kann deinem Hund helfen, seine Angst abzubauen – wenn es gut vorbereitet und angepasst ist. Konditionierte Entspannung, ruhiges Medical Training oder auch Bewegungstraining können helfen.
Wichtig: Training darf nicht zusätzlich stressen. Wenn dein Hund zeigt, dass es zu viel wird – ist das ein wichtiges Signal, das respektiert werden muss.
5. Du bist sein sicherer Hafen
Viele Menschen fragen mich: „Darf ich meinen Hund in seiner Angst wirklich trösten?“ Meine Antwort: Unbedingt!
Dein Hund braucht in diesen Momenten deine Nähe. Das heißt nicht, dass du die Angst verstärkst – Emotionen lassen sich nicht „belohnen“. Aber du kannst deinem Hund zeigen: Ich bin da, du bist nicht allein, ich beschütze dich. Und genau das hilft ihm, mit der Situation besser klarzukommen.
Fazit
Ein ängstlicher Hund braucht in erster Linie Verständnis, Sicherheit und Geduld. Und jemanden, der ihn ernst nimmt. Du bist für deinen Hund der wichtigste Mensch – und wenn du beginnst, seine Angst nicht als Problem, sondern als einen Teil seines Wesens zu verstehen, dann habt ihr gemeinsam die besten Voraussetzungen, Schritt für Schritt mehr Sicherheit und Lebensfreude zu gewinnen.
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Hay! Mein Name ist Pia und ich bin tierschutzqualifizierte Hundetrainerin aus Wien – mein Herz schlägt für ängstliche und unsichere Hunde und ich helfe seit 2021 Menschen dabei, ihren vierbeinigen Liebling besser zu verstehen und zu unterstützen.


