„Da musst du konsequent bleiben.“ „Du darfst du nicht nachgeben, sonst hat der Hund gewonnen.“ „Der Hund muss merken, dass es so nicht geht.“
Klingt nach Erziehung, oder?
Nach Klarheit. Nach Haltung. Nach „der Mensch meint es ernst.“
Aber das was oftmals als „Konsequenz“ betitelt wird, ist in der Realität eigentlich:
Ich zieh das jetzt durch – egal, wie es dem Hund dabei geht.
Und genau da liegt das Problem.
Wenn Konsequenz zur Tarnung für Strafe wird
Konsequenz ist wichtig. Auch (oder vor allem?) im belohnungsbasierten Training. Allerdings nicht in dem Sinn, wie sie oft verstanden wird.
Du musst nicht lauter werden
Viel zu viele Menschen verwechseln Autorität mit Lautstärke.
Sie haben gelernt, dass man Hunde „hart“ anfassen muss. Dass man nicht „nachgeben“ darf – aus Angst, der Hund würde einem sonst auf der Nase herum tanzen. Dass man „nur durchhalten“ muss (auch wenn der Hund schon mehr als deutlich Stress zeigt).
Aber: Je mehr geschrien wird, desto weniger wirkt man wirklich.
Auch wenn dir das jetzt vielleicht nicht gefällt, bin ich ganz ehrlich zu dir:
Wenn du deinem Hund keine Auswege in seinem Verhalten lässt, wenn du nicht bereit bist, dein Training flexibel zu gestalten, sodass WIRKLICH zu deinem Hund passt, wenn du sein Verhalten als „Widerstand gegen dich“ interpretierst und nur mit (noch mehr) Druck reagierst …
dann ist das kein Training, sondern ein Machtspiel. Und das hat im modernen Hundetraining nichts zu suchen.
Du musst nicht lauter werden.
Du musst weder mit deinem Körper, noch mit deiner Stimme drohen.
Du musst auch nicht an der Leine ziehen.
Du musst deine Signale so aufbauen, dass dein Hund sie versteht und so, dass er sie auch gerne ausführt – weil sie sich gut anfühlen und nicht, weil er Angst vor den Konsequenzen hat.
Konsequent sein bedeutet NICHT:
- Ich bleibe so lange stur, bis der Hund nachgibt.
- Ich halte ihn in der Situation, bis er lernt, „sich zu fügen“.
- Ich lasse keine Auswege zu, damit „er es aushält“.
Was Konsequenz wirklich bedeutet:
- Ich bin vorhersehbar. Mein Hund weiß, woran er ist.
- Ich bin klar in meiner Kommunikation. Das Zusammensein ist kein Ratespiel.
- Ich bin verlässlich. Nicht heute hü und morgen hot.
- Ich schaffe Rahmenbedingungen möglichst so, dass mein Hund überhaupt die Möglichkeit hat, zu lernen.
Konsequent sein im Hundetraining bedeutet nicht Härte.
Konsequenz bedeutet Klarheit, Fairness und Verlässlichkeit.
Konsequent sein bedeutet für meinen Hund: Ich bin ein sicherer Mensch. Kein sturer.
