3 häufige Fehler beim Rückruftraining

„Bello! Bello hier her! Beeellooooo hiiiiiiieeer! BELLO!!!“

Na, bist du auch schon mal so auf der Hundewiese gestanden und hast gerufen und gerufen und dein Hund kam einfach nicht? Keine Sorge, da bist du nicht die einzige Person. Bei weitem nicht!

Um ehrlich zu sein, ist der Rückruf eines der häufigsten Themen bei mir im Training. Schließlich ist er auch ein wahnsinnig wichtiges Signal – Im Notfall kann er sogar Leben retten. Trotzdem sitzt der Rückruf bei vielen einfach nicht. Oder zumindest nicht so, dass der Hund auch dann zurückkommt, wenn gerade etwas anderes interessanter ist.

Aber woran liegt das? In meiner Zeit als Hundetrainerin sind mir immer wieder die gleichen Fehler aufgefallen, die Hundehalter*innen im Rückruftraining machen.

Hier habe ich dir die drei häufigsten Fehler zusammengefasst, die beim Rückruftraining passieren.

1. Der Name wird als Rückrufsignal verwendet

„Bello, mach sitz!“, „Bello, du bist so ein Schatz!“, „Schau mal Bello, ich hab hier was für dich.“ „Bello, ich geh nur kurz einkaufen, ich bin gleich wieder da.“ …

Ich sage die Namen meiner Hunde am Tag gefühlt 38021 mal. Wie die meisten anderen Menschen auch. Dabei oft in Kombination mit einem anderen Signal („Bello, sitz!“, „Bello, schau mal!“…) oder auch in Kombination mit (für den Hund!) unbedeutenden Worten („Bello, ich hab dich lieb!“, „Weißt du was Bello, heute machen wir es uns einfach gemütlich.“…)

Im Idealfall hat der Hund verknüpft, dass er mit dem Wort „Bello“ gemeint ist. Da der Name des Hundes in unserem Alltag aber so oft fällt, OHNE dass der Hund kommen soll, weiß Bello eben nicht, wann er denn nun kommen soll.

Wähle also ein anderes Wort als den Hundenamen als Rückrufsignal aus und verwende es dann nur zum Rückruf.

2. Der Rückruf dient als Abbruchsignal

Halt stopp!

Was ist überhaupt ein Abbruchsignal?

Genau das! Ein „Hör auf mit dem was du da gerade tust!“ Der Hund soll auf Signal hin ein Verhalten (also das was er gerade in dem Moment tut) abbrechen.

Folgende Situation kennst du bestimmt auch: Du gehst mit deinem Hund spazieren und Bello macht irgendwas was er nicht tun soll. Er frisst irgendwas am Straßenrand, wälzt sich in irgendwas (meist stinkendem) und du willst, dass dein Hund damit aufhört. Also rufst du Bello und (je nachdem, wie euer Trainingsstand ist) kommt Bello auch.

Jetzt fragst du dich bestimmt, warum genau das ein Fehler sein soll. Schließlich soll der Hund ja kommen und das tut er (im Idealfall) dann auch?

Wenn Bello aber häufig mit Hilfe des Rückrufes von seinem (Lieblings?-) Hobby weggeholt wird, dann kann da ziemlicher Frust aufkommen, was vor allem beim Rückrufsignal, welches mit möglichst viel Freude ausgeführt werden sollte (denn was Spaß macht, passiert zuverlässiger) kontraproduktiv ist.

Genau anders herum kann sich auch eine unerwünschte Verhaltenskette bilden, wenn dein Hund den Rückruf sehr gerne ausführt (schließlich bekommt er dafür ja auch eine tolle Belohnung) und lernt: „Immer wenn ich beginne, mich in Entenkacke zu wälzen, werde ich gerufen. Gerufen werden ist toll, also wälze ich mich jetzt wann immer ich die Möglichkeit dazu habe, in Entenkacke.“ Das ist dann auch nicht so praktisch.

Baue ein extra Abbruchsignal auf, damit der Rückruf nicht negativ belegt wird und es zu keiner ungewünschten Verhaltenskette kommt.

3. Der Rückruf wird nur von einem Familienmitglied trainiert

In den allermeisten Familien ist es so, dass ein Familienmitglied sich am meisten mit dem Hund beschäftigt. Das ist auch vollkommen okay so. Allerdings sollte vor allem der Rückruf mit jeder Person trainiert werden, bei der das Signal auch funktionieren soll.

Denn da fehlt es dann an der Generalisierung:

Grundsätzlich bedeutet der Rückruf für Bello im Grunde ja erst einmal nur, dass es beim Menschen eine Belohnung gibt. Wenn immer nur eine Person trainiert, dann bedeutet es für den Hund, dass es bei DIESER Person eine Belohnung gibt, für die es sich lohnt, angesaust zu kommen. Wenn Bello dann aber mit einem anderen Familienmitglied unterwegs ist, welches den Rückruf nie trainiert, aber anwenden will, dann versteht Bello eventuell gar nicht, dass das Rufen oder Pfeifen auch bei dieser Person bedeutet, dass er herkommen soll.

Alle Familienmitglieder, die regelmäßig mit dem Hund unterwegs sind, sollten den Rückruf trainieren, damit er auch bei ihnen funktioniert.

Wie sieht euer Rückruftraining bisher aus? Habt ihr die drei Fehler auch schon mal gemacht? Schreibt es in die Kommentare!

Du möchtest regelmäßig wertvolle Tipps?

Dann melde dich hier an und du bekommst jede Woche Tipps und Tricks für das Zusammenleben mit Hund:

5 Kommentare zu „3 häufige Fehler beim Rückruftraining

  1. Das ist wieder einmal ein sehr interessantes Thema. Bei Rosi funktioniert es, Dank dir, schon viel besser als letztes Jahr 😀 Ich kann sie sogar am Hundebadeplatz ohne Leine laufen lassen , aber das Geschirr bleibt dran, zur Sicherheit 😉

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Pia Lambacher Antwort abbrechen